Die Einzigartigkeit des Denkmals „Mutter Heimat“
Die Mutter-Heimat-Statue ist das höchste Monument in Europa und die höchste Frauenskulptur der Welt. Die Besiwchtigung dieser Kolossalstatue sowie der Militärgedenkstätte daneben gehören heute zum Pflichtprogramm für jeden Gast. Das ist ja nicht nur die eigentümliche Visitenkarte von Kiew, sondern auch etwas ganz Besonderes, was man auch aus dem Weltraum zu sehen ist!

Technische Daten des Mutter-Heimat-Monuments
Das Mutter-Heimat-Monument ist die einzigartige dreischichtige Bauanlage aus Edelstahl. Sowohl nach Ausmaßen, als auch nach technischer Lösung, denn damals machte man keine ganzverschweißte Skulpturen.
Es wurde mit Hilfe von einem speziellen 100-Meter-hohen Kran gebaut. Die Mutter-Heimat-Statue zusammen mit dem Sockel und dem Schwert ist 102 Meter hoch. Die Höhe der Frauenstatue vom Sockel bis zum Schwert ist 62 Meter. Sie ist höher als die Freiheitsstatue in New York und die Christusstatue in Rio de Janeiro.

Das Gewicht der Mutter-Heimat-Statue ist ca 500 Tonnen. Sie ist mit Chromnickelstahlplatten verziert und mit 30 km Schweißnähte „genäht“. Die Länge des Schwerts ist 16 Meter. Das Ausmaß des „kleinen“ Schildes beträgt 12 mal 8 Meter.
Die Bau- und Projektgeschichte
Bereits 1943 beschloss man das „Museums des Vaterländischen Krieges des ukrainischen Volkes“ zu errichten. In den 1950gen Jahren konnte auf diesem Hügel eine riesige Stalin- oder Lenin-Statue gebaut werden.
Das Mutter-Heimat-Denkmal wurde 6 Jahre lang projektiert und endlich am 9. Mai 1981 zum Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg in Anwesenheit von Leonid Breschnew eingeweiht. Der Name des Parteichefs als vierfachen Helden der Sowjetunion war als erster in der „Ruhmeshalle“ im 40 Meter hohen Sockelgebäude des Museums unter den Namen anderer etwa 12 Tausend Helden der Sowjetunion und Helden der sozialistischen Arbeit in Gold eingeprägt.

Die erste Variante der fast 90 Meter hohen ganz vergoldeten Frauenstatue mit einem zum Dnipro herunterfließenden Wasserfall und einer Reihe von halbnackten 30-Meter-hohen Kämpfern war vom prominenten Bildhauer Jewgeni Wutschetitsch, den Autor der „Mutter Heimat ruft“ – des Kompositionszentrum des Denkmalensembles „Helden der Schlacht von Stalingrad“ auf dem Mamajew-Hügel in Wolgograd und des Sowjetischen Ehrenmals im Treptower Park in Berlin, konzipiert.
In anderen Varianten der Skulptur trug die Frau in den Armen ein Kind oder einen Lorbeerzweig. Nach der Meinung des Parteichefs der Ukraine Schtscherbitzki mit solchem Argument abgelehnt: „Wozu brauchen eine Frau mit Besen?“
Legenden rund um die Mutter-Heimat-Statue
Und natürlich gibt es mehrere Legenden und geheimnisvolle Gerüchte über diese mehrdeutige Monumentalskulptur.
Nach den Toden von Jewgeni Wutschetitsch, dem ersten Bildhauer, und Halyna Kaltschenko, dem Modell für die größte Statue der Ukraine gab es auch viele mystische Gerüchte rund um die Mutter-Heimat-Statue anstelle eines Hügels in der alten Petschersk-Festung, wo einstmals ein Heidentempel als „Verbot-Berg“ nach der Sage genannt gestanden haben soll.

Der Hügel, auf dem die riesige Skulptur errichtet wurde, gilt als eine der drei sogenannten „Schwarzen Berge“ (mystischen Orte) in Kiew und als einer der wichtigsten geopathogenen Orte der Stadt. Der Legende nach meiden Vögel und Tiere diesen Ort, und die Siedlungen, die hier errichtet wurden, wurden durch Brände und Erdrutsche zerstört.
Die vom ukrainischen Bildhauer Wassyl Borodaj errichtete Frauenskulptur mit dem Schwert sollte wegen des Großen Glockenturm des Höhlenklosters Lawra der Legende nach gekürzt werden. Als ob der Metropolit Filaret dem Parteichef Schtscherbitzki über seine Vision erzählte, in der ein blutiger „Krieg ohne Ende“ unausweichlich entfesselt wird, wenn der Schwert – ein Symbol des Krieges – höher als der Kreuz auf dem Glockenturm des Höhlenklosters Lawra gehoben wird.
Wie der Historiker Stanislaw Tsalyk berichtet, wurde das Schwert in der Tat nach dem Test im Windkanal wegen der möglichen Vibrationen durch Wind gekürzt, um architektonisches Gleichgewicht zu schaffen.

Die Stilistik der Statue weist die Synthese der sowjetischen Vorkriegskunst mit den Zügen des sozialistischen Realismus – d.h. den Kult eines körperlich und ästhetisch entwickelten Renaissance‑Menschen – auf. Die Parteileitung wollte auch die rechte Brust der „100‑Meter-hohen“ Kiewerin vergrößern, denn diese „irgend warum“ kleiner als die linke Brust war. Nur mit Mühe konnte der Bildhauer heilt dagegen, dass die Brust bei der erhobenen Arm ausgedehnt bleibt und damit visuell verkleinert wird.
Nach einer der Lüge-Mythen „fällt“ die diese Riesenstatue oder steht unsicher über die beweglichen Bodenschichten. Nach den Berechnungen von Fachleuten aber soll die (jetzt wie früher unter Aufsicht stehende) Mutter-Heimat-Statue bei dem Erdbeben der Stärke 9 stehen und mindestens 150 Jahre erhalten bleiben.

Wegen der unpassenden Nachbarschaft zum Höhlenkloster Lawra wurde sie Eisernes Weib, Genietete Mutter oder Lawrentijiwna umgangssprachlich genannt.
Nach Gerüchten plante der Bürgermeister die Mutter-Heimat-Statue „zur Renovierung“ 2009 abzubauen und heimlich zu verkaufen, um an einem anderen Ort wieder aufzubauen.
Gedenkstätte und Ausstellungen des Kriegsgeräts
Im Sockel der gigantischen Frauenskulptur sowie auf dem Gelände daneben gibt das gewaltige Nationalmuseum der Geschichte der Ukraine im 2. Weltkrieg. „Es gibt keine gleichartigen Museumskomplexe in Europa und in der Welt“, so nach dem Direktor der Gedenkstätte Ivan Kovaltschuk. Das 360 Panorama vom Museum finden Sie hier.

Zum Gedenkstättekomplex unter freiem Himmel gehören auch die Ausstellungen der Wehrtechnik aus dem 1. und 2. Weltkriegen, das Museum und die Ausstellung der Kriegstechnik aus dem Afghanistan-Krieg 1979-1989 (mit zugänglichen Transportflugzeug Li-2, Hubschrauber Mi-24 V und Düsenjäger МiG-23) sowie die Ausstellung der heutzutage erbeuteten Militärtechnik aus dem Osten der Ukraine.


Auf dem Gelände der Gedenkstätte gibt es auch die Skulpturkompositionen „Waffenübergabe“ und „Dnipro-Überwinden“, die 2024 entsowjetisierte Allee der Heldenstädten (Granitpylonen mit den Namen der Städte der Sowjetunion), die Galerie von Front- und Hinterlandskämpfern mit den Bronzekompositionen, die den Heldentaten von Grenzsoldaten, den Menschen auf besetzten Territorien, dem Mut der Partisanen sowie den Menschen im Hinterland gewidmet sind.
Gewöhnliche Aussichtsplattformen und Aussichtsplattform mit extremen Aussichten
Besonders sehenswert und spektakulär sind die Panoramas neben der Schale „Feuer des Ruhmes“ (Durchmesser 16 m!), am Fuße des Sockels vom Mutter-Heimat-Denkmal sowie hinter und über dem Schirm in der linken Hand der Statue.
In der Säule der Statue gibt es die einzigartigen senkrechten und schiefen Fahrstühle, die sich auf Rollen in einem Winkel von 75 Grad bewegen. In den Armen sind Treppen für die Wartung und Überwachung der Stabilität eingebaut.
Mit dem technischen Aufzug in der linken Arm kann man die sogenannte „8. Etage“ erreichen – eine Plattform auf Brusthöhe (in Höhe von etwa 70 Meter). Von dort führen Treppen zur außergewöhnlichsten und einzigartigen Aussichtsplattform Kiews (dem „Schild“), die sich auf der Höhe von 91 Meter hinter dem Schild der Statue befindet. Und dazu braucht man als Felskletterer ausgerüstet sein!
Über dem Schild und auf der Spitze des Kopfes befindet sich eine Luke, unter der sich ein Geheimnis verbirgt – ein kleiner ausfahrbarer Kran, mit dem regelmäßig Wartungsarbeiten durchgeführt werden. Für einen extremen Aufstieg mit körperlicher Belastung sind Kletterausrüstung, bequeme Kleidung und Sportschuhe erforderlich.
Obwohl es an der Spitze des 12‑Tonnen schweren Schwertes eine spezielle Vorrichtung zur Winddämpfung gibt, pendelt es hier wie auch im Innenraum des oberen Teils der Statue stark.

Der Aufstieg zum „Schild“ ist für Besucher nicht immer zugänglich. Es gibt bestimmte Einschränkungen. Doch der Aufstieg zu dieser einzigartigen, extremen Aussichtsplattform lässt niemanden unberührt und garantiert ein atemberaubendes Abenteuer, bei dem man nicht nur die riesigen Stahlrohre und Metallkonstruktionen im Inneren des Monuments sehen kann, sondern auch unvergessliche Eindrücke vom Aufstieg und von Panoramen Kiews erhält.
Die moderne Geschichte des Mutter-Heimat–Monuments und des Kriegsmuseums
2015 wurde der Kopf der Mutter-Heimat-Statue mit einem Kranz aus roten Erinnerungs-Mohnblumen (als Symbol des Gedenkens an die Opfer von Krieg) von den Roofern zum Jahrestag des Sieges geschmückt.

Heute erinnert die Mutter-Heimat-Statue an die totalitäre Vergangenheit. Heute bemüht man in der Gedenkstätte den Zeitgeist Rechnung zu tragen.

Anlässlich des Tages der Nationalflagge der Ukraine wurde die größte Staatsflagge der Ukraine am 23. August 2021 feierlich gehisst. Die Hauptflagge der Ukraine wurde auf den Kyjiwer Hügeln auf dem Gelände der Gedenkstätte „Nationalmuseum der Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg“ aufgestellt.
Zum 30. Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine wurde auf dem Flaggenmast auch ein neuer Dreizack installiert. Der Flaggenmast ist derzeit die größte Konstruktion in der Ukraine: seine Höhe beträgt fast 90 Meter, der Flaggenmast hat ein Gewicht von 32 Tonnen, und die Größe der Flagge beträgt 16 mal 24 Meter.
Die Beleuchtungselemente der Konstruktion sind so installiert, dass die Flagge zu jeder Tageszeit und von jedem Punkt der Hauptstadt der Ukraine aus sichtbar ist. Doch manchmal wird die Flagge aufgrund schlechter Wetterbedingungen oder Wartungsarbeiten gesenkt.

Trotz der Tatsache, dass das Hauptthema des Nationalmuseums der Geschichte der Ukraine im 2. Weltkrieg die Erforschung und Darstellung der Ereignisse des Zweiten Weltkriegs in der Ukraine ist, bei denen bis zu 10 Millionen Einwohner der Ukraine ums Leben kamen, besteht die Mission des Kriegsmuseums im weiteren Sinne darin, „den Kampf des ukrainischen Volkes um die Unabhängigkeit im Kontext der beiden Weltkriege und des aktuellen russisch-ukrainischen Krieges zu beleuchten“.
Der Neubewertung der eigenen Geschichte durch die ukrainische Gesellschaft sind viele Ausstellungen gewidmet. Unter denen ist die Ausstellung zum Thema „Ukraine – Kreuzigung“ zu nennen. Die ist die weltweit erste stationäre Museumsausstellung über den russisch-ukrainischen Krieg.
Im Rahmen der Dekommunisierung in der Ukraine und der Neudefinition des Museums wurde das Wappen der UdSSR vom Monument in der Zeit vom 30.08.2023 bis 01.09.2023 entfernt. Dieser sowjetische Wappen ist nun ein Museumsartefakt.

Am 6. August 2023 wurde Sowjetsymbol auf dem Schild des Mutter-Heimat-Denkmals durch das Zeichen des Großfürstentums von Wolodymyr dem Großen – den Dreizack – ersetzt, das dem Bild auf dem kleinen Staatswappen der Ukraine entspricht. Das Ausmaß des Dreizacks beträgt 4,5 mal 7,5 Meter.

Wie die Museumsmitarbeiter berichten, ist es geplant, alle imperiale Narrative vermittelnden Symbole in Zukunft zu entfernen und den Komplex in ein Museum des ukrainischen Gedenkens und Sieges umzuwandeln.
So wurden beispielsweise die Buchstaben und das Bild der sowjetischen Medaille „Goldener Stern“ von der Allee der Heldenstädte am 27. Dezember 2024 entfernt. Wie man im Kriegsmuseum erklärte, ist dies ein wichtiger und symbolischer Schritt zur Transformation und Neudefinition des gesamten Museums – eine „Neubewertung eines der grundlegenden propagandistischen Mythen des sowjetischen totalitären Regimes“: Der Titel „Heldenstadt“ wurde in der Sowjetunion ohne klare Kriterien ausschließlich aus ideologischen Gründen verliehen, um den Mythos des „Großen Vaterländischen Krieges“ zu implementieren.
Im Jahr 2023 wurde auf einer Sitzung des Wissenschaftlichen Rates des Museums vorgeschlagen, die Kolossalstatue „Mutter Heimat“ in „Mutter Ukraine“ und das „Nationalmuseum der Geschichte der Ukraine im 2. Weltkrieg“ (Kriegsmuseum) in das „Nationalmuseum des Kampfes um die Unabhängigkeit“ umzubenennen. Allerdings wurde diese Entscheidung vom Ministerium für Kultur und Informationspolitik bisher noch nicht offiziell verabschiedet.
Man kann auch andere Vorschläge für den neuen Namen der Mutter-Heimat-Statue finden: Beschützerin, Verteidigerin, Schutzpatronin und die zweite Kyjiwer Orante.
Am 3. August 2019 wurde das private „Museum für den Werdegang der ukrainischen Nation“ im Sockelgebäude des Kriegsmuseums eröffnet.
Es lohnt sich wirklich mindestens einmal im Leben den herrlichen Panoramablick auf Dnipro, Höhlenkloster Lawra sowie auch Grünanlagen von Kiew rund um die weltberühmte Mutter-Heimat-Statue genießen.
Beitrag erstellt von Pavlo Miadzel,
aktualisiert 2025

Den Zugang zur der Luke in der rechten Hand haben nur Mitarbeiter des Museums „Mutter-Heimat“, um den technischen Zustand und die Stabilität der Konstruktion zu überprüfen. Weitere Luken gibt es im Kopf der Mutter-Heimat und über dem Schild. Früher war die Luke über dem Schild in Begleitung des Museumspersonals allgemein zugänglich. Die Luke im Kopf wird gelegentlich (aus Anlass der nationalen Feiertage) genutzt, um z.B. beim Begehen des 2. Weltkriegendes den Kopf mit symbolischen Mohnblumen zu dekorieren.
Überigens gibt es einen ähnlichen Zugang zu den oberen Teilen der Unabhängigkeitssäule auf dem Maidan.
Pavlo und Igor
Gibt es eine Möglichkeit zur Luke im Schwert zu gelangen ?
Hinter dem Schild waren wir schon und wissen, dass es im Schwert eine Wartungsluke gibt. Wir sind klettererfahren und wollen nur mal rausschauen…
Lg